Gablonzer Perlen

Geschrieben von Frank Stratmann am in Egerländer

Die Gablonzer Perlen ist eine Polka, die von Antonín Borovička komponiert wurde und in vielen Notentaschen von Musikvereinen zu finden ist.

Die Polka zählt zu den bekannteren Werken böhmischer Blasmusik. Auf YouTube finden sich knapp 120 Videos allein mit der Polka Gablonzer Perlen.

Der Komponist Antonín Borovička wird in der Deutschen Nationalbibliothek mit 47 weiteren Publikationen geführt. Darunter ebenfalls vielen bekannte Stücke wie: Garten Polka oder Die Kapelle hat gewonnen.

Borovička erste Polka Nejhezci Koutek wurde 1923 vom Prager Grando-Verlag veröffentlicht. Diese Polka wurde später in Deutschland durch Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten unter dem Namen Löffelpolka weltbekannt.

Antonín Borovička verstarb bereits 1968. Deshalb ist er vielen jungen Musikern nicht zwingend bekannt. Der aufgrund einer Kriegsverletzung beinamputierte Tscheche leitete 42 Jahre seine Kapelle „Die Moldauer“, die sogar mit Streichern besetzt war.

Die Stadt Gablonz

Gablonz ist übrigens eine Stadt im nördlichen Tschechien, unweit der Grenze zu Deutschland. Jablonec nad Nisou heißt die Stadt auf tschechisch. Gablonz liegt an der Neiße. Der Name leitet sich her vom tschechischen Wort jabloň, was so viel heißt wie Apfelbaum. Im Stadtwappen ist dieser Apfelbaum zu sehen. Nach dem zweiten Weltkrieg fanden viele Gablonzer in Gotha in Thüringen ein neues zu Hause.

Die Gablonzer Perlen ist wohl eine Anspielung auf die in Gablonz hergestellten Glasperlen. Die Glasperlen finden noch heute Verwendung im Moderschmuck. In Gablonz entstand schon früh ein neues Verständnis von Schmuck und dessen Produktion. Die Geschichte reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Die Glaswarenerzeugung im Böhmen des 16. Jahrhunderts lieferte den Nährboden für die Verbindung von schöpferischem Willen und handwerklichem Können {{1}} [[1]]vgl.: Gablonzer Industrie; Gablonzer Waren erobern die Welt[[1]].
Gablonz in Tschechien

Herrlicher Blick auf Gablonz im nördlichen Tschechien
mit der Talsperre Mseno in der Mitte. (Bildquelle: wikipedia.org)

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