Mark Knopfler, Ahoy 2006, foto: Chris Kuhl / www.chriskuhl.com

Mark Knopfler Interview

Geschrieben von Frank Stratmann am in Künstler

Mark Knopfler wollte immer von seiner Musik leben können. Mehr offenbar nicht, denn gleichzeitig betont er im Interview mit ZEIT ONLINE, er habe sich nur schwer an den Erfolg gewöhnen können. Die Gewissheit, er müsse sich nie wieder um Geld sorgen, trichtert im regelmäßig sein Steuerberater ein. Und das auch nur, weil Mark Knopfler noch einmal nachfragt, um sich zu vergewissern.

Meine Musik läuft auf Hochzeiten und Beerdigungen, beim Sex und beim Sterben.

(Mark Knopfler im Interview mit der Zeit)

Nur wenige Interviews

Für die wenigen Interviews, die Mark Knopfler gibt ist er in diesem sehr offen. Eingefleischte Fans kennen ihn wahrscheinlich besser. Auch, dass er die Dire Straits verlassen hat, weil ihm das einfach zu groß wurde. Zu viele Orte; zu viele Auftritte. Und außerdem mag er kein Schlagzeug. Das Album “Brother in Arms” sollte eigentlich erst ganz anders werden. Am Ende blieb es beim dem Sound, den man von den Dire Straits schon kannte und die Platte ein Erfolg.

Der Stress habe ihm die Liebe zur Musik geraubt und war offenbar mühsam, die Liebe zur Musik wiederzufinden. Ja, lieber Mark Knopfler. Das kenne ich. Wenn die Ablenkungen auf das Wesentliche das eigentliche – die Musik oder das Musikmachen – verdrängen, dann geht etwas kaputt. Nach fünf Jahren Pause sehe ich das ein. Ich arbeite an der Liebe zur Musik und teile mit: Ich bin auf einem guten Weg.

Im Stadion versteckt

Es wirkte immer, als trage der scheue Mark Knopfler sein meist rotes Stirnband aus Überzeugung. Im Interview meint er, es habe vor allem geholfen, sich im Stadion zu verstecken. Komponieren fällt ihm immer noch leicht. Ein Laptop ist aber mittlerweile auch im Spiel.

Viele seiner Songs entstehen heute noch durch einfache Beobachtungen. Nun, das sagt irgendwie jeder zweite Songschreiber. Doch wer bei “Money For Nothing” oder “Sultans Of Swing” genau auf Text achtet, fragt sich schnell, warum jetzt genau so ein Text zu dieser Musik. Das macht aber auch klar. Man muss die Titel der Dire Straits nicht überbewerten. So spielte mal eine Band “Sultans Of Swing” und ein offenbar Dire Straits affiner Zuhörer kommentierte das mit: Manchmal muss man etwas auch einfach stehen lassen und nicht verwursten.. Die Gitarre war für ein Dorffest allerdings ziemlich gut, wie ich mir erinnern kann.

Mark Knopfler Privateering 2012

Kommen wir zu seinem aktuell Album. Es ist hier im Beitrag eingeblendet und so schlagzeugarm, dass man es sich für warme Winterabende gut mal zur Seite legen sollte. Hört einfach mal rein. Das ganze Interview, in dem Mark Knopfler mehr dazu sagt, was ihn bei seinen aktuellen Kompositionen beschäftigt, findet auf ZEIT ONLINE.

Casting Shows sind menschenunwürdig

Das klingt sehr über denn Kamm. Doch offenbar sind Menschen mit Format vor allem jene, die nicht Musik machen, um damit ins Rampenlicht zu kommen, sondern sie sind im Rampenlicht, weil sie Musik machen. Mark Knopfler über den Casting Wahn:

Bei Casting-Shows werden Menschen so sehr erniedrigt, dass letztlich die Gesellschaft Schaden nimmt. Was ist das für eine Gesellschaft, die so etwas Widerwärtiges zulässt?

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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